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Was bedeutet Neurodivergenz? Einfach erklärt!

  • whyter
  • 2. Aug.
  • 5 Min. Lesezeit

Die Begriffe Neurodivergenz, Neurodiversität oder neurodivergent und neurotisch hörst oder liest du in letzter Zeit vielleicht häufiger. Oft tauchen sie in Zusammenhang mit ADHS, Autismus oder anderen neurologischen Besonderheiten auf. Falls du dich fragst, was das eigentlich genau bedeutet, klären wir dich hier gerne auf. Eine gute Nachricht vorab: Es ist gar nicht so kompliziert, wie du vielleicht annimmst.


Uns ist wichtig, den Begriff Neurodivergenz einfach und verständlich zu erklären. In unseren ADHS-Gruppentrainigs erleben wir immer wieder, wie entlastend es für Menschen sein kann, zu verstehen, warum das eigene Gehirn, oder das einer vertrauten Person, anders arbeitet und dass daran überhaupt nichts falsch ist.

 

Was bedeutet Neurodivergenz?


Ganz knapp auf den Punkt gebracht bedeutet Neurodivergenz zunächst einmal nur, dass ein Gehirn Informationen anders verarbeitet als die Gehirne der Mehrheit der Menschen. "Neuro" steht für das Nervensystem und das Gehirn. "Divergent" bedeutet so viel wie "abweichend" oder "anders".

Menschen, die neurodivergent sind, fühlen, denken und lernen anders als sogenannte neurotypische Menschen (neurotypisch erklären wir unten nochmal genauer). Sie nehmen ihre Umwelt anders wahr. Allerdings bedeutet dieses „anders“ ganz sicher nicht schlechter, sondern einfach nur auf eine andere Art und Weise.

 

Neurodiversität – warum wir diesen Begriff so mögen


Neurodiversität beschreibt die natürliche Vielfalt menschlicher Gehirne. Wir Menschen sehen nicht nur unterschiedlich aus und haben unterschiedliche Persönlichkeiten. Wir haben auch ganz unterschiedliche Arten zu denken und die Welt wahrzunehmen.

 

Der Neurodiversitätsansatz meint genau das: Die Unterschiede sollen bitte nicht nur als Defizite betrachtet werden. Statt der Frage „Was stimmt mit dir nicht“ möchte der Ansatz Menschen zu dieser Frage bewegen: Was braucht eine neurodivergente Person, damit ihr Gehirn in einer Welt, die fast ausschließlich von neurotypischen Menschen gestaltet wurde, gut funktionieren kann?

 

Denn neurodivergente Menschen leben in der Regel mit großen Herausforderungen. Sie kämpfen mit Reizüberflutung, Erschöpfung, Selbstzweifeln oder dem Gefühl, ständig gegen sich selbst arbeiten zu müssen. Dabei ist es meistens einfach so, dass ihr Umfeld nicht zu ihrer Art zu denken passt.

 

 

ADHS und Neurodivergenz

 

Wenn von ADHS Neurodivergenz gesprochen wird, ist gemeint, dass viele Menschen mit ADHS ihren Alltag anders als neurotypische Menschen erleben. Denn in unserer Leistungsgesellschaft werden in der Regel geradliniges Denken und angepasstes Normverhalten erwartet.

 

Das erfüllen die meisten Menschen mit ADHS - vor allem in der Schul- und Arbeitswelt - nicht. Vielleicht kennst du das: Du hast tausend Ideen gleichzeitig, kannst dich stundenlang in ein Thema verlieren, das dich begeistert. Gleichzeitig schaffst du es kaum, die eine wichtige Mail zu beantworten, auf die deine Kollegin dringend wartet. Von außen betrachtet wirkt das manchmal widersprüchlich und für Menschen mit ADHS fühlt es sich oft anstrengend an.

 

Häufig erleben wir im Coaching wie erleichtert Menschen sind, wenn sie verstehen: „Mein Gehirn funktioniert nicht falsch, sondern einfach nur anders“. Und dann ist das Tor geöffnet, um sich auf die Suche nach den zahlreichen und wunderbaren Ressourcen zu machen.

 

Autismus und Neurodivergenz

 

Auch Autismus und Neurodivergenz gehören zusammen. Menschen mit Autismus finden sich oft genauso schwer in der neurotischen Welt zurecht wie Menschen mit ADHS. Sie nehmen Reize häufig intensiver wahr, kommunizieren manchmal anders oder brauchen mehr Struktur, Routinen und Vorhersehbarkeit.

 

Dafür bringen viele autistische Menschen beeindruckende Fähigkeiten mit. Sie können sich extrem tief in Themen einarbeiten, sie erkennen Muster viel besser und schneller als neurotypische Menschen oder sind außergewöhnlich kreativ.

 

Uns ist super wichtig, dass wir hier nicht ausschließlich über Schwierigkeiten sprechen. Denn jeder von uns bringt wertvolle Ressourcen mit – und ein wichtiger Teil unserer Arbeit im systemischen Coaching ist es, diese sichtbar zu machen.

 

Neurotypisch oder neurodivergent?

 

Menschen, deren Gehirn ungefähr so arbeitet, wie unsere Gesellschaft es erwartet, werden im allgemeinen als neurotypisch bezeichnet. Da diese Menschen in der großen Überzahl sind, richten sich die Lehrpläne in Schulen beispielsweise an ihren Denkstrukturen. Aber auch im Bereich Ausbildung und Job ist alles auf neurotypische Menschen ausgelegt. Neurodivergente Menschen müssen sich deshalb ständig anpassen. Sehr viele von ihnen entwickeln schon früh Strategien, um nicht aufzufallen. Dafür müssen sie sich enorm viel Mühe geben, weshalb sie in der Regel maskieren und oft einfach nur versuchen, zu funktionieren. Und genau das ist der Grund, warum viele Menschen ihre Diagnose oft erst im Erwachsenenalter erhalten.

 

Darum ist es so wichtig, die eigene Neurodivergenz zu verstehen

 

Die Erkenntnis, dass man neurodivergent ist, löst nicht automatisch alle Probleme. Aber für viele Menschen ist es dennoch eine Erlösung. Denn plötzlich bist du in der Lage, deinen Blick auf dich selbst zu verändern. Vieles ergibt plötzlich Sinn und du verstehst, warum dir bestimmte Situationen unglaublich viel Energie kosten oder warum du anders arbeitest.

Genau das ist der Punkt, an dem man anfangen kann, nicht mehr gegen das eigene Gehirn zu leben, sondern mit ihm.

 

Wie systemisches Coaching Köln dich unterstützen kann

 

Der erste Schritt ist oft erstmal zu verstehen, dass dein Gehirn anders funktioniert. Im zweiten Schritt kannst du dann herausfinden, was du daraus machst. Und genau dabei begleiten wir dich bei whyter mit unserem systemischen Coaching Köln.

Wir führen dich durch einen Prozess, in dem du herausfinden kannst, was du brauchst, um deinen Alltag leichter zu erleben. Mit uns kannst du herausfinden, welche Strategien zu dir passen. Und in erster Linie kannst du herausfinden, welche Stärken längst in dir stecken, ohne dass du sie bisher sehen konntest.

 

Fazit

 

Neurodivergenz beschreibt eine andere Art zu denken, zu fühlen und die Welt wahrzunehmen. Je besser wir verstehen, wie unser Gehirn funktioniert, desto weniger müssen wir gegen uns selbst kämpfen.

Genau DAS wünschen wir uns für unsere Klient:innen: weniger Druck, mehr Verständnis für sich selbst und ein Umfeld, das wirklich zu ihnen passt.

 

Du möchtest dich selbst besser verstehen?

 

Egal, ob du eine ADHS-Diagnose hast, Autismus vermutest oder dich einfach fragst, warum dein Gehirn anders tickt: Du musst deinen Weg nicht allein gehen.

 

In unseren Coachings begleiten wir neurodivergente Menschen dabei, ihr bisheriges Handeln zu verstehen, ihre Ressourcen zu entdecken und neue Strategien zu entwickeln, die wirklich funktionieren.

 

Buche ganz unkompliziert ein unverbindliches Erstgespräch. Wir freuen uns sehr darauf, dich kennenzulernen!

 

FAQs zu Neurodivergenz

 

Was bedeutet Neurodivergenz?


Neurodivergenz bedeutet, dass das Gehirn Informationen anders filtert und verarbeitet als bei den meisten Menschen. Das ist keine Krankheit, sondern beschreibt eine andere Art zu denken, zu fühlen und die Welt wahrzunehmen. Neurodivergente Menschen haben oft besondere Stärken, müssen aber auch in einer Gesellschaft klarkommen, die überwiegend auf neurotypische Menschen ausgerichtet ist.

 

Was ist der Unterschied zwischen Neurodivergenz und Neurodiversität?

 

Neurodivergenz beschreibt, dass manche Gehirne anders arbeiten als die der Mehrheit. Neurodiversität hingegen bezeichnet die natürliche Vielfalt aller menschlichen Gehirne. Der Neurodiversitätsansatz geht davon aus, dass neurologische Unterschiede in der menschlichen Vielfalt vorgesehen sind und nicht ausschließlich als Defizit betrachtet werden sollten.

 

Gehört ADHS zur Neurodivergenz?

 

ADHS zählt zu den bekanntesten Formen der Neurodivergenz. Menschen mit ADHS verarbeiten Reize, Informationen und Gefühle anders als neurotypische Menschen. Einerseits erschwert es ihnen den Alltag, andererseits verfügen sie aber über Stärken wie Kreativität, Empathie oder die Fähigkeit, ungewöhnliche Lösungen zu finden.

 

Gehört Autismus zur Neurodivergenz?


Auch Autismus zählt zur Neurodivergenz. Autistische Menschen nehmen in der Regel ihre Umwelt anders wahr und kommunizieren auf ihre eigene Weise. Wie bei ADHS gilt auch hier, dass jeder Mensch anders ist, weshalb es keine typische Form von Autismus gibt.

 

Wie kann systemisches Coaching in Köln neurodivergente Menschen unterstützen?


Im systemischen Coaching Köln schauen wir gemeinsam mit dir darauf, welche Strategien zu dir und deinem Leben passen, wie du deine Ressourcen besser nutzen kannst und wie dein Alltag leichter werden darf. Wir wünschen uns für dich, dass du dein Gehirn besser verstehst und selbstwirksam erarbeitest, wie du mit dir selbst künftig umgehen möchtest.

 
 
 

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