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Perimenopause und ADHS bei Frauen: Warum sich die ADHS-Symptome verstärken können

whyter
3. Sept.
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Sept.


„Warum fühlt sich plötzlich alles so viel schwieriger an?“ - wenn du dir diese Frage seit einiger Zeit stellst, bist du nicht allein. Das kennen viele Frauen mittleren Alters: Die Konzentration lässt nach, Termine werden vergessen, die To-do-Listen wachsen schneller, als sie abgearbeitet werden können. Gleichzeitig fühlen sich Emotionen intensiver an und selbst kleine Veränderungen im Alltag können plötzlich unglaublich viel Energie kosten. Willkommen in der Perimenopause!

 

Manche von uns haben in dieser Zeit ganz besonders stark mit sich zu kämpfen und es kommt ein Verdacht auf: Könnte das ADHS sein?

 

Ganz egal, ob die Diagnose schon vor langer Zeit gestellt wurde, oder ob erst jetzt feststeht, es ist ADHS - Frauen erleben in dieser Lebensphase manchmal erstmals Symptome, die sie vorher mit Strategien kompensieren konnten. Und dafür sind Hormone verantwortlich.


Was ist die Perimenopause eigentlich?

 

Die Perimenopause bezeichnet die Phase vor der eigentlichen Menopause, die wiederum die Bezeichnung für die letzte Periode ist. Die Perimenopause dauert mehrere Jahre und ist dadurch gekennzeichnet, dass sich der Hormonhaushalt verändert. Vor allem Östrogen und Progesteron schwanken stark und sinken zunehmend ab. Das hat Auswirkungen auf Stimmung, Schlaf, Energie und das gesamte körperliche Wohlbefinden. Leider bleibt auch das Gehirn davon nicht unberührt.

 

An dieser Stelle wird die Verbindung Hormone und ADHS interessant. Denn vor allem der Neurotransmitter Dopamin spielt bei ADHS eine wichtige Rolle, außerdem steht Östrogen unter anderem mit dem Dopaminhaushalt und verschiedenen kognitiven Prozessen in Verbindung. Ein sinkender Östrogenspiegel kann deshalb Auswirkungen auf Motivation, Konzentration und die Regulation von Emotionen haben.

 

Perimenopause und ADHS bei Frauen: Warum sich Symptome verändern können

 

Viele Frauen mit ADHS kennen bestimmte Schwierigkeiten bereits ihr Leben lang - egal ob ob sie schon lange diagnostiziert sind oder nicht. Sie haben gelernt, damit umzugehen und Strategien zu entwickeln. Eine Strategie ist das sogenannt Masking, bei dem Symptome versteckt werden, indem man sich beispielsweise von der Gesellschaft erwartetes Verhalten abguckt und antrainiert.  

 

Solange diese Strategien funktionieren, fällt ADHS manchmal kaum auf. Bis dann die Perimenopause einsetzt. Plötzlich ist der Schlaf schlechter, die Frauen haben weniger Energie, es fällt ihnen schwerer sich zu konzentrieren und die Emotionen werden intensiver. Das alles hat zur Folge, dass die bisherigen Kompensationsstrategien nicht mehr so richtig funktionieren.

 

Deshalb werden die ADHS Symptome Frauen in dieser Lebensphase oft zum Verhängnis, denn sie werden deutlich stärker wahrgenommen. Und zwar nicht, weil ADHS plötzlich neu entstanden ist, sondern weil sich die Rahmenbedingungen verändern.

 

Östrogen und ADHS: Was hat das miteinander zu tun?

 

Der Zusammenhang zwischen Östrogen und ADHS wird - glücklicherweise endlich -  zunehmend wissenschaftlich untersucht. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie hormonelle Veränderungen die Dopamin gesteuerte Signalverarbeitung und damit auch die ADHS-Symptome beeinflussen.

 

Das bedeutet natürlich nicht, dass ein niedriger Östrogenspiegel automatisch ADHS verursacht. Aber hormonelle Veränderungen können beeinflussen, wie stark sich Symptome zeigen.

 

Deshalb berichten manche Frauen beispielsweise von mehr:

 

•        Vergesslichkeit

•        Konzentrationsstörungen

•        emotionaler Überforderung

•        innerer Unruhe

•        Schlafstörungen

•        Schwierigkeiten bei der Organisation

•        Prokrastination

•        Erschöpfung

 

 

ADHS Wechseljahre: Warum die Diagnose manchmal erst spät kommt

 

Gerade bei Frauen wird ADHS häufig erst im Erwachsenenalter diagnostiziert. Das liegt vor allem daran, dass ADHS bei Frauen lange anders wahrgenommen wurde. Lange Zeit dachte man - auch in der Medizin - bei ADHS an den klassischen Zappelphilipp. Also an den lauten und wilden Jungen, der schnell auffällt. Mädchen und Frauen sind dabei untergegangen, da sie ihre Schwierigkeiten häufig stärker kompensieren können.

 

Viele von ihnen sind trotz ihrer ADHS leistungsorientiert, perfektionistisch oder sie haben gelernt, sich besonders gut vorzubereiten. Denn in unserer patriarchal geprägten Gesellschaft lernen Mädchen von klein auf vor allem eins: Ich muss brav sein und darf nicht auffallen. Von außen sieht das dann nicht nach ADHS aus.

 

Mit zunehmendem Alter stoßen diese Strategien allerdings an ihre Grenzen. Besonders während der Wechseljahre kann deshalb der Eindruck entstehen, die Symptome seien plötzlich neu. Viele Frauen beginnen dann erstmals, sich mit dem Thema ADHS auseinanderzusetzen. Und das auch erst seit kurzer Zeit, denn AHDS im Erwachsenenalter ist erst in den letzten Jahren - nicht zuletzt dank medialer Aufmerksamkeit - ins Blickfeld vieler geraten.

 

ADHS Diagnose Frauen: Darum lohnt es sich, genauer hinzuschauen

 

Emotionale Veränderungen, Vergesslichkeit oder mangelnde Konzentration können natürlich viele Ursachen haben. Grund dafür können Stress, psychische Belastungen, Schlafmangel oder hormonelle Veränderungen sein. Deshalb heißt es nicht immer gleich, dass ADHS vorliegt.

 

Eine professionelle ADHS Diagnostik bei Frauen kann dann sinnvoll sein, wenn rückblickend klar wird, dass es bestimmte Schwierigkeiten schon lange gibt und sie nicht erst mit der Perimenopause begonnen haben.

 

Die Diagnostik hilft vielen dabei, die eigene Geschichte besser einzuordnen. 

Denn oft wird den Frauen bewusst, dass sie sich gar nicht so plötzlich verändert haben. Den meisten wird klar: „Für mein Verhalten gab es ja schon immer einen Grund!“

 

ADHS Erwachsene Frauen: Was nach der Erkenntnis wichtig wird

 

Eine Diagnose kann vieles erklären, aber gleichzeitig löst sie nicht automatisch alle Probleme und die Herausforderungen des Alltags. Gerade erwachsenen Frauen mit ADHS kann es deshalb helfen, nicht nur auf die Symptome zu schauen, sondern auf das gesamte System, in dem sie leben.

 

Was wird von mir erwartet und von wem? In welchen Situationen und in welchem Umfeld versuche ich ständig, mich anzupassen? Welche Dinge kosten mich besonders viel Energie? Was funktioniert schon gut? Wo und wie kann ich meinen Alltag so verändern, dass weniger gegen mich selbst arbeiten muss?

 

Genau hier kann systemisches Coaching ansetzen. Bei whyter geht es uns nicht darum, ADHS „wegzucoachen“, denn das ist ja auch überhaupt nicht möglich. ADHS ist keine schlechte Angewohnheit und auch kein persönliches Versagen. ADHS ist eine Störung und wir geben kein Heilversprechen.

 

Vielmehr können wir mit unserem Coaching Menschen dabei unterstützen, ihre eigenen Muster besser zu verstehen, ihre Ressourcen freizulegen und für sie alltagstaugliche Strategien zu entwickeln. Gerade in einer Lebensphase, in der sich durch die Perimenopause sowieso vieles verändert, kann ein solcher Perspektivwechsel entlastend sein.


Buch dir gern jederzeit ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch bei whyter. So kannst du herausfinden, ob ein systemisches Coaching in Köln oder online dich gerade unterstützen kann.


Mehr Verständnis statt noch mehr Selbstoptimierung

 

Manchmal ist Selbstoptimierung nicht der richtige Weg. Wenn plötzlich so vieles schwerer fällt, muss das nicht heißen, dass man sich noch besser organisieren muss. Manchmal braucht es einen anderen Blick auf die eigene Situation.

 

ADHS, Perimenopause und die damit verbundenen Veränderungen können wirklich sehr komplex sein. Es geht also nicht darum, für jedes Symptom sofort eine eindeutige Erklärung zu finden. Viel wichtiger ist es, genauer hinzuschauen und zu fragen: Was passiert gerade? Was hat sich verändert? Wie kann ich die Dinge heute anpacken, wenn sie nicht mehr so funktionieren wie früher? Und wie bekomme ich wieder mehr Leichtigkeit in meinen Alltag?

 

 

FAQ: ADHS bei Frauen in der Perimenopause

 

Kann die Perimenopause ADHS-Symptome verstärken?

 

Ja!  Die hormonellen Veränderungen während der Perimenopause können dazu beitragen, dass bereits bestehende ADHS-Symptome stärker wahrgenommen werden. Besonders Motivation, Konzentration, Schlaf und Emotionsregulation können davon betroffen sein.

 

Kann man während der Wechseljahre plötzlich ADHS bekommen?

 

Nein, denn ADHS entsteht nicht erst in den Wechseljahren. ADHS ist eine neurologische Entwicklungsstörung, deren Merkmale bereits früh im Leben vorhanden sind. Aber ADHS kann sich in der Perimenopause erstmals deutlich bemerkbar machen - nämlich wenn bisherige Kompensationsstrategien nicht mehr ausreichen.

 

Welche ADHS-Symptome bei Frauen können sich in der Perimenopause verstärken?

 

Konzentrationsprobleme, innere Unruhe, Vergesslichkeit, Schwierigkeiten bei Organisation und Priorisierung, Prokrastination und emotionale Überforderung können sich in der Perimenopause verstärken. Allerdings können diese Beschwerden auch andere Ursachen haben.

 

Was hat Östrogen mit ADHS zu tun?

 

Das Hormon Östrogen steht unter anderem mit dem Dopaminsystem und verschiedenen kognitiven Prozessen in Verbindung. Veränderungen des Östrogenspiegels könnten also beeinflussen, wie sich ADHS-Symptome zeigen. Die Zusammenhänge sind komplex und sind in der Vergangenheit noch nicht gut erforscht worden, aber glücklicherweise ist die Wissenschaft dran.

 

Kann systemisches Coaching bei ADHS und Perimenopause helfen?

 

Systemisches Coaching kann Frauen dabei unterstützen, persönliche Muster zu verstehen, Ressourcen freizulegen und alltagstaugliche Strategien zu entwickeln. Coaching ersetzt jedoch keine psychotherapeutische oder medizinische Diagnostik und Behandlung.

 

Du möchtest deine Situation besser verstehen?

 

Wenn du das Gefühl hast, dass sich Leben und dein Alltag gerade verändern und du nicht mehr weißt, warum vieles plötzlich so viel Energie kostet, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.


Im systemischen Coaching Köln bei whyter betrachten wir nicht nur deine einzelnen Symptome, sondern deine Situation als Ganzes. Wir schauen gemeinsam auf deine persönlichen Muster, auf dein Umfeld, deine Ressourcen und die Veränderungen, die gerade in deinem Leben stattfinden.

 

Denn du musst nicht einfach wieder „besser funktionieren“. Vielmehr geht es darum, herauszufinden, was du brauchst, damit dein Alltag wieder besser zu dir passt.

 

 
 
 

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